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Die Kreuzung - Robert Neu - Reisejournalist & Vortragsreferent - artikel 2437120

Robert Neu
Reisejournalist
Vortragsreferent

Robert Neu

Die Kreuzung

01. Oct 2009 Die Kreuzung


Eine Annäherung an Szczecins Identität gestern – heute – morgen. Stettin, Robert Neu, Reisejournalist, Polen, Szczecin, Düsseldorf, Duesseldorf Polen Stettin Polen





Die Kreuzung

Eine Annäherung an Szczecins Identität gestern – heute – morgen.

An Szczecins westlichem Oderufer tanzt ein Eichenblatt leichtfüßig Pirouetten im Wind. Einige Touristen meinen, das Salz der Seeluft im Atemzug zu erspüren, dabei breitet sich unter der blau beleuchteten Autobahnbrücke ein süßlich penetranter Schokoladenduft aus, welcher mit See so wenig zu tun hat, wie Szczecin eine Stadt am Meer ist. Vielleicht wäre sie es gerne, noch oder wieder. Ihre Zukunft hinge an den mittlerweile angerosteten Verladekränen der Hafenanlagen, kräftige Werftarbeiter würden im Dunst des Odernebels den Straßenbahnen entströmen, rauchend mit schweren Schritten dem Tor entgegen schreiten, schweigsam und zielstrebig. Sie würden anpacken und hochhieven. Schaffen. Die Zukunft ihrer Geliebten und ungeliebten Verwandten, die Zukunft ihrer Stadt. Wenn sie gefragt würden, wohin sie so einträchtig unterwegs seien, würde ein Mann sein unrasiertes Kinn heben und stolz sagen: „Wir marschieren in Richtung Ost-West, wo ein strammer Wind aus Nord-Süd die Kähne und Dampfer aller Weltenmeere in unser Hafenbecken treibt.“

Ein Wachmann sitzt gelangweilt hinter seinem Schreibtisch, durch ein Schiebefenster vom Sperrzaun und Schokoladenduft getrennt. Das schwache Licht einer alten Glühbirne fällt auf seine Illustrierte. „Eigentlich dürfte ich sie nicht reinlassen“, sagt er und öffnet das Törchen nach dreieinhalb Sekunden Bedenkzeit. Im Abendsonnenschein erstrahlen die verwucherten Gleisanlagen, Hebebühnen spiegeln sich in den Pfützen. Rauchende Arbeiter mit strengen Gesichtszügen, welche der Zukunft entgegen marschieren, gibt es nicht. Ein Schwarm Tauben stößt kreischend auf. Niemand sonst stört die sanfte Ruhe des Hafens. Auf der gegenüberliegenden Oderseite kann man junge Leute erkennen. Sie posieren auf der imposanten Treppenanlage, die zum Wały Chrobrego empor führt. Schick angekleidet, ein verliebtes Paar, innig umschlungen, er, ganz der Gentleman führt sie, verliebt lachend, zum Aussichtspunkt. Sie reden über ihre Zukunft, ihren Platz auf dieser Welt, in dieser Stadt. Sie überblicken den Hafen, die mit Lichterketten geschmückten Hotelschiffe, das große Werbeplakat inmitten des Flusses auf der Insel Grodzka und die Industriebrache gegenüber. Ihr Blick richtet sich nach Osten. Die Natur und der Stadtarchitekt haben es so gewollt. Ob sie dort ihre Perspektive sehen, weiß niemand. Vielleicht fragen sie sich, wer diese ihre Stadt Szczecin eigentlich ist und wo sie liegt. Auf der Suche nach Fußspuren begegnet mir ein Mann mittleren Alters, Ende vierzig vielleicht, groß gewachsen mit kräftiger, verbindlicher Stimme. Sein verschmitzt freundliches Lächeln wird von einem Dreitagebart umrahmt. Er heißt Janusz. „Die meisten Menschen leben doch irgendwie in ihrer Geschichte“, sagt er. „Es gibt in ihren Häusern Bücher oder Möbel, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Hier bei uns gibt es so etwas nicht. Alles, was du hier siehst, ist nach 1945 gekommen. Außer das Haus selber und die Kacheln in der Küche. Die sind original.“ Janusz zieht an seiner Zigarette, während ich mich umgucke. Wir sitzen in seinem Haus im Stadtteil Pogodno, „einem guten Stadtteil“, wie er sagt. Der Zigarettenqualm steht über dem Küchentisch, obwohl die Decken sehr hoch sind. Er und seine Frau Anja öffnen ihre Türen für Fremde. Sie sind Mitglieder eines Clubs, der solche Treffen möglich macht. Das sei nicht selbstverständlich, erklärt er mir lachend, „denn mein Vater hat noch bis in die 50er Jahre die Tür nur mit dem Gewehr im Anschlag aufgemacht. Man wusste ja nie, wer kommt.“

Die Stadt war damals Polens Wilder Westen. „Mein Vater hat dieses Haus nach dem Krieg in Besitz genommen. Er war aus Lublin gekommen. Es waren wilde Zeiten damals, Schießereien auf der Straße, Überfälle sogar am Tag.“ Ein undurchsichtiges Gemisch an allerlei Gesindel trieb sich in der Gegend rum, Glücksritter und Ganoven, die hierher kamen und nahmen was es zu holen gab. Wenige glaubten ernsthaft daran, dass die Stadt wirklich Polnisch war. Oder bleiben sollte. Also wurde abgebaut und mitgenommen. „Warschau ist auf Szczeciner Ziegeln wieder auferstanden! Und das Gefühl der Unsicherheit, des Unsteten, hat sich hier manifestiert.“ Januszs Haus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Junge Frauen vor Windmühlen und schwere Dreimaster zieren die Kacheln. Ob sie pommersche Landschaften darstellen, ist nicht zu erkennen.

Die Zeiten haben sich geändert. Wir sitzen bei einer Tasse Tee und selbstgebackenen Plätzchen, sprechen Englisch miteinander. Wir lachen, wenn wir eingestreute deutsche und polnische Wörter besser verstehen. Janusz erzählt von seiner Arbeit. „Die Firma, für die ich arbeite, ist Dänisch. Ein Logistikunternehmen. Vertikal ausgerichtet. Wir fahren nur von Norden nach Süden und umgekehrt. Szczecin ist eine Schnittstelle.“ Keine andere polnische Großstadt ist so weit von der Hauptstadt Warschau entfernt. Über 500 km, fast zehn Stunden mit dem Auto, eine schnelle Zugverbindung überbrückt die Distanz in etwas mehr als fünf. Randlage. Trotzdem liegt die Stadt im Zentrum. Ihr Hinterland sind die ärmeren Gebiete Hinterpommerns und die deutschen Landschaften Mecklenburg-Vorpommerns. Aber eben auch Dänemark, Schweden und Berlin. „Für die Dänen ist es leicht, hierhin zu kommen. Sie wollen nicht nach Warschau oder Łódź fahren, wenn sie uns besuchen. Für die sind ja selbst 300km weit. Für uns nicht. Wir fahren eben kurz nach Rostock und dann mit der Fähre nach Dänemark. Kein Problem.“ Auf der Landkarte betrachtet liegt die Stadt an einem Angelpunkt zwischen Skandinavien, Deutschland und Polen. Hier haben sich Menschen verschiedener Kulturen getroffen. Oftmals waren es auch leidvolle Begegnungen. In dem Haus, in welchem wir uns unterhalten, lebte früher ein deutscher Professor. Er ging, das Haus blieb, neue Bewohner kamen.

Janusz und seine Familie leben in einer offenen Welt, schwärmen vom Skiurlaub in Österreich und Abenteuerreisen im Kaukasus. Abseits befinden sie sich nicht. Als ich mich für die Gastfreundschaft bedanke und im Aufbruch begriffen bin, fällt mir eine Analogie zur Geschichte dieses Hauses in den Blick. Doch das Luftgewehr, welches am Türrahmen angelehnt steht, dient nur zum Vertreiben der Elstern, versichert Janusz mir. Bei einem Herbstspaziergang, wenn die feuchte Kälte unter die Haut kriecht, man einen Schal umschlägt und die Mütze tief ins Gesicht zieht, gibt sich der Städtische Zentralfriedhof dem Besucher mitsamt seinen Geheimnissen langsam dahin. Das schwermütige Stöhnen der Straßenbahnen, welche auch unter dem kalten Nass zu leiden scheinen, dringt bis hierhin nicht vor. Es ist beinahe so ruhig wie am Oderkai. Dort finden in vergessener Einsamkeit leere Lagerhallen ihre letzte Ruhestätte, ein paar Jugendliche haben Grabinschriften an ihre verfallenen Wände gesprayt. Emsiges, aber stilles Treiben hingegen auf dem Friedhof. Frauen in bunten Schürzen und mit gelben Putzhandschuhen fegen Blätter zusammen und schrubben verkrampft das Moos von den Grabsteinen. Meine Begleiterin, eine junge Frau mit pechschwarzem Haar und feinen Gesichtszügen, und ich betrachten einmütig die Reinigungsarbeiten. „Ich komme nicht oft, aber gerne hierhin“, sagt Hanna. Sie ist 26 Jahre alt und arbeitet als Kindergärtnerin. Aber nicht irgendwo. Sie hat Arbeit im vorpommerischen Ueckermünde gefunden, wo sie versucht, den Kindern eines deutsch-polnischen Kindergartenprojekts ein Stückchen ihrer Heimat nahezubringen. Verständnis zu fördern, Zusammenleben zu ermöglichen. Die Kleinen sollen bilingual erzogen werden. „Es ist nicht leicht,“ sagt sie, “weil viele Polnisch nicht wollen. Weil wir dort fast nur Polen als Freunde haben.“ Sie erzählt vom Idealismus, der der Pragmatik des Gehalts gewichen ist. Hanna ist eine Vertreterin des modernen, jungen Szczecins. Ihre Gegenwart und Zukunft sind europäisch, schon jetzt ist ihre Arbeitsstelle eine transnationale, auch wenn die Gelder dieses von der EU geförderten Projektes bald gestrichen werden sollten. Englisch und Deutsch spricht sie fließend, sie überlegt zu promovieren. Gleichzeitig ist sie eine überzeugte Katholikin. „Meine Bekannten in Deutschland denken, ich wäre ein religiöser Fundamentalist, weil ich jeden Sonntag in die Kirche gehe.“ Seit fast zwei Jahren lebt sie auf beider Seiten der Grenze. Wochentags redet sie mit den deutschen Kindern Polnisch, am Wochenende lebt sie bei ihrer Familie in Szczecin. Nach dem Kirchgang am Sonntag isst die Familie gemeinsam zu Mittag.

Wir schlendern über den riesigen Friedhof, eine grandios angelegte Parkanlage. Obwohl er fast voll belegt ist, wirkt er nicht beklemmend. Die Laubbäume tuscheln im Wind und spielen den Seelen der Stadt ein Abendkonzert. Auf dem Steinbruch der Zeit ist jedes Menschenalter in einer Gesteinsschicht konserviert. In Grabsteine gegossen, verbindlich und endgültig. Herbstlaub ist auf die schweren Platten geweht worden. Das kraftlose Blattwerk trägt die Farbe der Vergänglichkeit.

Um einen großen, leeren Teich herum reihen sich die Gräber der Stadtpioniere. Diejenigen, die das polnische Szczecin aufbauen halfen und es besonders prägten in seiner Suche nach sich selbst. „Ehre ihrem Angedenken“ heißt es auf den Grabsteinen. Lehrer, Professoren, Parteigenossen, ein Dirigent sogar, allen wird gehuldigt, ihre Taten und Verdienste sollen dem Vergessen nicht preisgegeben werden. Die Abstände zwischen den Gedenktafeln sind gleichmäßig bedacht, oftmals fehlt das sonst obligatorische Kreuz. So liegen sie hier, als ob sie in schwere Mäntel gehüllt an einem herbstlich verregneten Tag auf einem namenlosen Platz eine Militärparade abnehmen würden.

Im Gegensatz dazu liegen die einfachen Szczeciner der ersten Stunde, deren Namen schon fast verwittert sind, eng an eng begraben. Auch ihre Ruhestätten werden von Blumen geziert, ein ewiges „Ave Maria“ gedenkt ihrer. Nicht weniger sind sie Pioniere, die Arbeiter, die Kolonisten der ersten Jahre. Alleine ihre Mühen werden nicht gepriesen, sondern der Orte ihrer Herkunft, der Chronowiatows und Drzewieckichs erinnert. Ob sie im Tod auf diesem Flecken Erde heimisch geworden sind?

Hanna sagt, ihr und ihrer Generation sei Geschichte wohl egal. Wir nähern uns einem schweren gusseisernen Kreuz, um das Blumensträuße und Grablichter aufgestellt sind. Es steht etwas abseits von der Hauptachse der Friedhofsanlage inmitten einer kleinen Kreuzung. Rings herum leuchten schon die ersten Lichter auf den Gräbern. Bald ist Allerheiligen. Eine Inschrift ziert das Denkmal: „Den gefallenen Soldaten des Französisch-Preußischen Krieges 1870/71“. Ein deutscher Erinnerungsort inmitten einer Stadt, die nach 1945 wie kaum eine zweite polonisiert wurde? Würde man sich mit jeder Person und jedem Ereignis, welche den Szczeciner Straßen die Namen leihen, befassen, hätte man ein Grundstudium in polnischer Geschichte absolviert. Aber der rot-weiße Anstrich deckt nicht vollständig und kann die Vielschichtigkeit Szczecins nicht übertünchen. Im Dezember 1970 wurden die Lebensmittelpreise drastisch erhöht. Die Arbeiter streikten und stellten politische Forderungen. Sie gingen auf die Straße und die Parteizentrale stand alsbald in Flammen. Die Machthaber zogen dagegen, bewaffnet und gepanzert. Sechzehn Menschen fielen, die teilweise ohne Beteiligung der Angehörigen oder eines Priesters des Nachts auf dem Friedhof, fast heimlich schon, beerdigt wurden. Doch die Samenkörner des Aufstandes waren gesät. Szczecin erhielt seinen Platz auf der europäischen Landkarte der Freiheit, aber im Gedenken der Weltöffentlichkeit haben nur die lautesten Platz. Der lautlos Begrabenen erinnerten die Szczeciner sich an diesem gusseisernen Kreuz. Sie begannen Kerzen aufzustellen. Die Gräber der Gefallenen waren in der Nähe, der Bezug zum Arbeiteraufstand war nicht offensichtlich gegeben und das Datum 1870/71 zeigte eine treffliche Analogie zu den dramatischen Ereignissen hundert Jahre später. Verworren ist dieser Ort. Stricke der Erinnerung verknoten sich hier. Lautlos legen die Besucher ein Grablicht nieder, dort, wo sich in der Tragödie Hoffnung und Erlösung die Hand reichen. Das alltägliche grenzüberschreitende Leben des modernen Szczecin verdankt Hanna auch dieser Geschichte. Symbolisiert es nicht die europäische Dimension dieser Stadt, das deutsche Denkmal, dem Polnischen Freiheitskampf umgewidmet?

Gemeinsam versuchen wir Szczecin einen Punkt auf der emotionalen Landkarte zuzuordnen. Irenas Fingerkuppe streicht suchend umher, kann sich aber nicht entschließen still zu stehen und zu sagen: Hier sind wir. Irena hat eine nordische Erscheinung, feinzügige doch gleichzeitig markante Gesichtszüge. Ihr Lächeln ist offensiv, ihre Schuhsohlen im Begriff sich aufzulösen. Sie ist selbstbewusst. Als sie vier Jahre alt war, emigrierte ihre Familie aus Polen nach Schweden. Im Kindergarten lachte man sie aus, weil sie nur „Ja“ sagen konnte. Sie brauchte natürlich als Kind nicht lange, um die Sprache zu lernen. Später, nach der Schule, heuerte sie bei der Schwedischen Marine an. Dort konnte niemand ihren Polnischen Nachnamen aussprechen. „Hier bin ich eine Schwedin, in Schweden eine Polin“, sagt sie. Irgendwann bekam sie bei einem Ausflug nach Polen das Angebot, als Fremdenführerin zu arbeiten. Sie lehnte ab, aber etwas hatte diese Möglichkeit in ihr ausgelöst. Von da an war ihr klar, dass sie nach Szczecin gehen musste, um ihre Wurzeln zu suchen.

„Ich dachte anfangs, alles würde ganz einfach werden. Gespannt war ich, denn ich hatte die Stadt noch nie außerhalb der Ferien kennengelernt. Es war immer Sommer gewesen vorher. Nun kam ich im Oktober hier an, und schon nach wenigen Behördengängen verstand ich, dass es nun anders ist.“ Sie hatte ihren Lebensmittelpunkt in ihre alte Heimat gelegt. Eine neue Generation Szczeciner war gegangen, hatte aus verschiedenen Gründen die Stadt verlassen. „Meine Familie in Schweden ist sauer. Sie haben das Gefühl, dass sie umsonst ausgewandert sind, dass ich es ihnen nicht anrechne.“ Irena erzählt davon, dass sie sich nur temporär zu Gruppen zugehörig fühlen kann. An jeden Tisch könne sie sich setzen, aber lange bleiben würde sie nicht. Sie verbindet dieses Gefühl, die Rastlosigkeit, mit der Stadt in der sie lebt. „Ich habe mich hier gefunden, hier kann ich alles machen. Szczecin ist eine Kreuzung. Kommt von überall her und geht überall hin.“ Es kreuzen sich viele Wege in dieser Stadt. So viele haben sich hier vermischt, dass sich noch nicht einmal ein Dialekt durchsetzen oder herausbilden konnte. Historische Wege von Deutschen, Juden und Polen, Straßen der Vertreibung, Emigration und der Hoffnung auf bessere Zukunft, auf Wiederaufbau. Der Wilde Westen ist längst nicht mehr so wild wie damals, aber die Kultur des rauen Anpackens hat sich erhalten. „Die Stadt hat eine Mach-das-Beste-draus-Mentalität“, beschreibt es Irena. Eine riesige Baubrache liegt offen im Zentrum der Stadt. Metallene Zäune sperren den Blick ab, ein überdimensionales Werbeplakat soll die Passanten zum Konsum stimulieren. Die Fußspuren der Stadt sind tief in ihr Relief eingescharbt. Sie zu erkennen tritt man näher heran und betrachtet die Gesichter der Menschen, hört ihren Geschichten zu. Erst wenn man den Kopf hoch nimmt, einen Schritt zurück tut und dem Blick das Ganze öffnet, sieht man die Zusammenhänge. Szczecin ist die Suche danach. Vielleicht deshalb sagt Irena, dass die Stadt ihr Leben sei. Sie wird sie wieder verlassen, wird sie ständig finden und verlieren, doch ihre Stärke zieht sie aus der Symbiose des ständigen Suchens und nur vorübergehenden Findens.

Das junge Paar hat sich mittlerweile vom Wały Chrobrego dem Mickiewicz-Platz zugewandt. Immer noch Hand in Hand, verliebt. Langsam schlendern sie umher, vielleicht haben sie sich entschlossen nach Kreta zu fliegen im Sommer. Von Berlin aus. Europa ist zusammengewachsen und alle suchen ihren Platz darin. Dabei ist alles so klar, wie das Kinn des Werftarbeiters kantig ist. Er liegt in Richtung Ost-West, wo die Kähne und Dampfer aller Weltenmeere vom Nord-Südwind in die Hafenbecken getrieben werden. Zur Durchreise, temporär, denn das ist ihr Charakter.













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